Die Die Eule Eule

Suchen

Ehemaliger Landesbischof Rentzing nach Herzstillstand auf Intensivstation

Der ehemalige Landesbischof der Sächsischen Landeskirche Carsten Rentzing befindet sich nach einem Herzstillstand auf der Intensivstation.

Der ehemalige Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (EVLKS), Carsten Rentzing (53), liegt nach einem Herzstillstand auf Intensivstation und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Rentzing war am Ostermontag zuhause zusammengebrochen.

Ein Sprecher der Landeskirche bestätigte der Eule am Mittwochvormittag, dass Landesbischof Tobias Bilz die Nachricht von Carsten Rentzings Erkrankung am Dienstag bestürzt zur Kenntnis genommen habe und ihn und seine Familie in seine Gebete einschließt.

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover), äußert sich betroffen zur Nachricht über den kritischen Gesundheitszustand Carsten Rentzing und richtet eine Botschaft an die Familie: „Wir hoffen und beten mit Ihnen, dass sich sein Gesundheitszustand stabilisiert. Wir bleiben in der Fürbitte für Dr. Carsten Rentzing und im Vertrauen auf Christus verbunden.“ Rentzing ist seit November 2020 Beauftragter der VELKD für die Stärkung der Kontakte zu den lutherischen Kirchen in Mittel- und Osteuropa.

Rücktritt vom Bischofsamt im Jahr 2019

Carsten Rentzing war von 2015 bis 2019 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Er trat im Oktober 2019 von seinem Amt zurück, nachdem bekannt wurde, dass er während seiner Studienzeit als Autor und Redakteur an einer neurechten Zeitschrift mitgearbeitet hatte. Vorausgegangen waren Wochen mit Enthüllungen über Rentzings Vergangenheit, die er gegenüber seiner Kirche und der Öffentlichkeit zu verschleiern suchte (wir berichteten).

Rentzing hatte sich zum Reformationstag 2019 in einer emotionalen und kontroversen Rede von seinem Amt verabschiedet. Eine öffentliche Erklärung seiner damaligen Verstrickungen in die Neue Rechte und der Umstände seines Rücktritts steht hingegen aus.

Carsten Rentzing als Landesbischof (2017), Foto: Wikipedia, CC BY-SA 4.0

Neue Aufgabe für die VELKD

Nach einer Auszeit ist Rentzing im November 2020 zum Beauftragen der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zur Stärkung der Kontakte zu den lutherischen Kirchen in Mittel- und Osteuropa berufen worden (wir berichteten). In der VELKD sind sieben lutherische EKD-Gliedkirchen zusammengeschlossen. In seiner neuen Funktion arbeitet Rentzing mit dem Martin-Luther-Bund zusammen und deshalb auch vom Sitz des Bundes in Erlangen aus. Für die auf sechs Jahre befristete Aufgabe wurde Rentzing von der sächsischen Landeskirche abgeordnet.

Carsten Rentzings Ehefrau ist Pfarrerin der sächsischen Landeskirche, das Ehepaar hat vier gemeinsame Kinder.


Aktualisierung: Am 7.4.2021, 16:30 Uhr um die Genesungswünsche des leitenden Bischofs der VELKD ergänzt.

Mitdiskutieren