
„Du auch hier?“
Die Empfänge der Parteien auf Kirchen- und Katholikentagen gelten als sagenumwobene Black Boxes. Wer hinhört, lernt viel über die religionspolitische Gegenwart des Landes.
Wenn es draußen ungemütlich wird, drängen sich Menschen gerne in der Wärme geschlossener Räume zusammen. Für die politischen Empfänge auf dem 104. Katholikentag in Würzburg gilt das doppelt: Am Ende der regennassen und kühlen ersten Veranstaltungstage luden die Unionsparteien, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Linkspartei zu Abendempfängen ein, auf denen deutlich wurde, dass die demokratischen Parteien in Zeiten der Not die Nähe zu den Kirchen suchen.
Die Politik tut sich seit einiger Zeit schwer mit dem Christentum. Während die Unionsparteien früher auf die katholische Kirche bauen konnten und zunächst die Sozialdemokratie, später auch Bündnis 90/Die Grünen, personell eng mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verbunden waren, hat sich dieses Verhältnis inzwischen deutlich abgekühlt. Unter jüngeren Politiker*innen bekennen sich nur noch wenige ausdrücklich zum Christentum.
Zugleich sorgen die Kirchen inzwischen in nahezu allen politischen Lagern für Verstimmung, wenn sie sich unter Berufung auf Gott zu Wort melden. Die teils scharfen Reaktionen auf die gemeinsame Stellungnahme des Katholischen Büros und der Bevollmächtigten des Rates der EKD zum sogenannten Zustrombegrenzungsgesetz der CDU/CSU-Fraktion im Januar 2025 sind dafür nur ein Beispiel. Missbrauchsskandale und eine zunehmende lebensweltliche Entfremdung haben dazu geführt, dass Politiker*innen heute spürbaren Abstand zu den Kirchen halten.
Umso bemerkenswerter ist es, dass sich fast alle politisch relevanten Parteien in Würzburg präsentieren. Für die „Funktionselite“ von Kirchen- und Katholikentagen, für Verbands- und Kirchenvertreter*innen ebenso wie für Journalist*innen, bieten diese Empfänge nicht nur Gelegenheit, nach einem langen Tag etwas Ordentliches zu essen und zu trinken, sondern auch zum Wiedersehen und zum sprichwörtlichen Netzwerken. Und was dort gesagt wird, erzählt einiges über die religionspolitische Gegenwart der Bundesrepublik.
In der Residenz des Fürstbischofs
Alles beginnt am Mittwoch um 19 Uhr, kurz nach der offiziellen Eröffnung des Katholikentages, mit einem gemeinsamen Empfang der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung und der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung in der Würzburger Residenz. Die Stiftungen übernehmen auf Katholikentagen traditionell die Rolle der Gastgeberinnen für die Unionsparteien, während auf evangelischen Kirchentagen der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU einlädt.
Eigentlich habe ich auf diese Veranstaltung keine große Lust. Allerdings musste ich für die Union bereits den Empfang der Linkspartei, ausgerichtet von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Bund Religiöser Sozialisten sausen lassen. Weiter draußen im Nordosten der Stadt hielt der ehemalige Ministerpräsident von Thüringen und heutige Bundestagsvizepräsident, Bodo Ramelow, dem Vernehmen nach eine Grundsatzrede, in der er für ein konstruktives Miteinander von Kirchen und seiner Partei warb. Dafür lobten ihn im Anschluss sogar konservative Akteur*innen.
Zurück zur Residenz: Das Wetter zum Start des Katholikentages ist miserabel. Schon die Eröffnungsveranstaltung auf dem Residenzplatz versinkt im Regen, vereinzelt hagelt es sogar. Wie vor zwei Jahren in Erfurt – denke ich. Auf dem halbgefüllten Residenzplatz treffe ich in den hinteren Reihen vor allem Kolleg*innen. Als es blitzt und donnert, genehmige ich mir mit einem von ihnen zur Beruhigung ein Bier in einer trockenen Gastwirtschaft. Leider schmeckt das Helle aus Tauberbischofsheim viel zu süß.

Hoher Besuch im Residenzschloss: Markus Söder, Annegret Kramp-Karrenbauer (KAS-Vorsitzende), Hendrik Wüst und Bischof Heiner Wilmer (Bild: Instagram-Kanal der KAS)
Da kommt mir die Aussicht auf eine beheizte Residenz und ein wenig entspanntes Sitzen gerade recht. In der Schlange vor der polizeilichen Sicherheitskontrolle treffe ich einen anderen Kollegen, den ich bereits am Nachmittag im Pressezentrum gesehen habe: „Du auch hier?“
Das von Barockarchitekt Balthasar Neumann (1687–1753) entworfene Residenzschloss beeindruckt nicht nur von außen. Auf dem Weg zum Kaisersaal, wo der inhaltliche Teil des Empfangs stattfindet, muss ich unter einem gewaltigen Deckenfresko des italienischen Malers Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) hindurch. Diese Pracht verdankt die Residenz Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn (1674–1746), der von 1729 bis zu seinem Tod über Würzburg und Bamberg herrschte. Heute ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder der Hausherr, ein evangelischer Franke.
Beim anschließenden Reigen aus Grußworten und Impulsen beansprucht er die Geduld der Anwesenden am längsten. Auffallend viele von ihnen tragen Tracht, also Janker oder Dirndl. Schon zu Beginn seiner Ansprache hebt sich Söder deutlich von seinen Vorredner*innen ab — darunter immerhin die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer, und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Dessen Warnung vor einer Regierungsbeteiligung der AfD mit Hilfe eines Vergleichs zum Frühjahr 1933 bleibt hängen, weil sie aus christdemokratischem Munde so selten ist.
Hausherr Söder findet den Punkt nicht
Er wolle heute über Religion statt über Politik sprechen, sagt hingegen Söder. Gemeint sind damit allerlei Anekdoten aus dem Leben des evangelischen Franken: Wie er von seiner katholischen Mutter das Beten gelernt habe, dass er eine handgeschriebene Postkarte von Joseph Ratzinger besitze und dass er mit den bayerischen Bischöfen am liebsten darüber sprechen würde, ob sie schon einmal einen Engel gesehen hätten.
Söder ist sich sicher, dass der Glaube Mut macht: „Aus christlicher Verantwortung entstehen Mitgefühl, Hilfe und Zusammenhalt.“ Ganz ohne Politik kommt der bayerische Ministerpräsident dann aber doch nicht aus. Bayern sei ein „christlich-abendländisch“ geprägtes Land. Deshalb bekenne man sich zu Kreuz, Lebensschutz, christlichen Feiertagen, Konkordat und Religionsunterricht.
Dass Bischof Wilmer in seiner Ansprache kurz zuvor vor der verkürzten Rede vom „christlichen Abendland“ gewarnt hatte, übergeht Söder geflissentlich. Er weist dem Christentum damit erneut jene Rolle zu, die es unter den Fürstbischöfen und vielleicht noch bis in die Kanzlerschaft des Namensgebers der CDU-nahen Stiftung innehatte. Doch selbst ein vergleichsweise erfolgreicher Katholikentag mit 70.000 Besucher*innen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Zeiten längst vergangen sind.
Kohlrabi und Blutorange
Die Redner*innen haben überzogen, besonders Söder. Deshalb kann ich leider nicht bleiben, bis in der Residenz das sehnsüchtig erwartete Büffet eröffnet wird. Ich will heute nämlich noch zur „Parlamentarischen Nacht“ der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Bei Kirchen- und Katholikentagen lädt sie ab 22 Uhr nach der Union in eine möglichst stylische Location ein. Das Publikum ist deutlich jünger, die Atmosphäre lockerer, während der Reden wird einfach weitergeplauscht – die Besucher*innen testen gewissermaßen das antiautoritäre Versprechen der Partei aus.

Der Würzburger Oberbürgermeister Martin Heilig (Grüne) muss nach 23 Uhr noch symbolisch ein Fass Bier anstechen. (Bild: Screenshot Instagram-Kanal von Lamya Kaddor)
Mein Weg führt mich quer durch die Altstadt, am Kiliansdom vorbei und über die erleuchtete Alte Mainbrücke. Und als wäre das nicht genug, geht es für den nach zahlreichen Vorträgen bereits leicht ermatteten Journalisten auch noch bergauf. Eine hastig gerauchte Zigarette wird es richten. Irgendwann habe ich den Veranstaltungsort erreicht. Der „Würzburger Hofbräukeller“ rühmt sich auf seiner Internetseite, das „älteste Unternehmen“ der fränkischen Metropole zu sein. Die Inneneinrichtung erinnert allerdings eher an ein Restaurant für Fusionsküche. Immerhin kann man dort noch an einem „traditionellen Frühschoppen“ teilnehmen: „Jeden Sonntag ab 10 Uhr mit zünftiger Wirtshausmusik.“
Zur Begrüßung wird ein alkoholfreies Biermischgetränk mit Blutorangengeschmack gereicht. Ich lehne freundlich, aber bestimmt ab. Das lokale Helle schmeckt schließlich auch ohne Zusätze. Also warte ich lieber, bis zum offiziellen Beginn die Theken geöffnet werden. Die Gastgeber*innen haben verschiedene Grußworte angekündigt. Ich denke mir: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Allerdings ziehen die Moderation der Bundestagsabgeordneten Lamya Kaddor, die Begrüßung durch den stellvertretenden grünen Fraktionsvorsitzenden Konstantin von Notz und das Grußwort des ebenfalls grünen, offenbar sehr fröhlichen Würzburger Oberbürgermeisters Martin Heilig weitgehend an mir vorbei. Ich habe es mir mit einigen Kolleg*innen im Hintergrund gemütlich gemacht, es wird getratscht und auch gelästert. Kaddor muss die Anwesenden immer wieder mit „Psst!“-Rufen zur Ruhe mahnen. Irgendwann während des anderthalbstündigen Redenreigens flieht ein Kollege auf die Terrasse, nur um wenige Minuten später ernüchtert zurückzukehren: Draußen seien die Lautsprecher noch lauter aufgedreht, sodass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehe.
Neben allerhand Getränken werden vegetarische Speisen in kleinen Schälchen gereicht, etwa Kartoffelsalat und Kohlrabi mit Setzei. Plötzlich wird es laut: „Wir haben das patriarchale System satt – und zwar Oberkante!“ Der Satz stammt allerdings nicht von Lisa Quarch, der neuen geistlichen Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die gegen Mitternacht über ihre Arbeit als christliche Influencerin sprechen darf, sondern von ZdK-Präsidentin Stetter-Karp.
Während ihre Rede vor den Honoratior*innen der Unionsparteien gewohnt schwäbisch-soziologisch ausgefallen war, dreht die ehemalige Ordinariatsrätin vor den Grünen deutlich auf. Richtig religiös wird mir allerdings auch im „Würzburger Hofbräukeller“ nicht zumute. Wieder fällt mir auf, dass die Charakterisierung von Kirchen- und Katholikentagen als „linksgrün“ letztlich fehlgeht. An profilierten grünen Bundespolitiker*innen fehlt es im ZdK weitgehend, im Programm des Katholikentages sind VertreterInnen der Union deutlich in der Mehrheit.
Ochsenbäckchen im Maschinenhaus
Noch stärker als Bündnis 90/Die Grünen scheint die SPD mit ihrem Verhältnis zu den Kirchen zu ringen. Immerhin hat die Bundestagsfraktion im vergangenen Jahr mit Hubertus Heil einen ehemaligen Bundesminister und stellvertretenden Parteivorsitzenden zum Beauftragten für Kirchen und Religionsgemeinschaften gewählt. Bis vor Kurzem gehörte Heil zudem dem Präsidium des evangelischen Kirchentages an.
Auf dem Katholikentag lädt der Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD (AK Christen) am noch frühen Donnerstagabend ins „Maschinenhaus Bürgerbräu“. Das klingt sehr sozialdemokratisch. Allerdings liegt der Veranstaltungsort in der Zellerau noch weiter von der Würzburger Altstadt entfernt als der grüne „Hofbräukeller“. Deshalb fahre ich diesmal Straßenbahn und bin etwas früher als geplant dort. Der Saal ist noch spärlich gefüllt.

Hubertus Heil (SPD) während seiner kämpferischen Rede beim sozialdemokratischen Empfang auf dem Katholikentag 2026 (Bild: Screenshot Instagram-Kanal Kerstin Griese)
Ich stelle mich zu einem ebenfalls zu früh erschienenen Kollegen. Das „Maschinenhaus Bürgerbräu“ besitzt tatsächlich einen gewissen industriellen Charme, allerdings hängt dort auch eine mit funkelnden Steinen besetzte Diskokugel von der Decke. Soll hier womöglich getanzt werden? Dominiert wird der Raum von einer großen Bühne, als würden die SPD-Parteivorsitzenden gleich eine Stellungnahme zu einer weiteren Wahlniederlage abgeben.
Alkoholische Getränke werden erst ab 20:30 Uhr ausgeschenkt, also nach den Reden. Für Durstige gibt es Bionade oder Coca Cola. Irgendwann füllt sich das „Maschinenhaus“ doch. Wer gerade noch auf einem Podium saß oder einen Stand auf der „Kirchenmeile“ betreute, reiht sich mit erschöpftem Blick in die Menge der stehenden Zuhörer*innen ein. Sogar der DBK-Vorsitzende Wilmer ist dabei. Allerdings sind in Würzburg nur wenige Mitglieder des AK Christen anwesend. Als sie zu Beginn aufgefordert werden, sich zu melden, schnellen nur vereinzelt Hände in die Höhe.
Immerhin moderiert die Co-Sprecherin des AK Christen, Kerstin Griese, den Abend ausgesprochen routiniert und verzichtet auf ausufernde Begrüßungslitaneien. Griese ist seit 2018 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das bis zum vergangenen Jahr von Hubertus Heil geführt wurde. Außerdem ist sie Mitglied im Rat der EKD. Auch bei den Sozialdemokrat*innen spricht Stetter-Karp. Für mich ist es bereits ihre dritte Ansprache auf diesem Katholikentag. Während des höflichen Applauses beugt sich ein Kollege mit frischer Holunder-Bionade zu mir herüber und flüstert mit sichtlichem Stolz, er habe seine Ankunft im „Maschinenhaus“ extra so „getimed“, dass er ihre Rede verpasse.
Höhepunkt des Abends ist die Rede von Hubertus Heil. Der evangelische Niedersachse spricht offen über das historisch nicht spannungsfreie Verhältnis zwischen Sozialdemokratie und Kirchen. Heil weiß, dass sich Religion nicht zur Magd der Politik machen lässt. Auch seine Genoss*innen müssten akzeptieren, dass die Kirchen in manchen Fragen nicht auf ihrer Seite stünden.
Während seiner Rede bediene ich mich ungeniert am Fingerfood. Ich habe seit Stunden nichts mehr gegessen. Auch bei der Sozialdemokratie gibt es gutes Essen – allerdings, wie schon bei den Grünen, in kleinen Schälchen: Eine logistische Herausforderung. Plötzlich fällt ein Satz, der mich kurz auflachen lässt. Heil zitiert das sogenannte Böckenförde-Diktum: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“
Wo Güte und Liebe sind
Der Satz des katholischen Staatsrechtlers Ernst-Wolfgang Böckenförde (1930–2019) ist längst zum geflügelten Wort und zum Schibboleth bundesdeutscher Religionspolitik geworden. Auf dem Katholikentag höre ich ihn gefühlt auf jedem halbwegs passenden Podium. Politiker*innen erweisen den Kirchen damit üblicherweise ihre Reverenz: Irgendwie seid ihr doch noch wichtig, ohne euch geht nichts!

Leere Gläser und Flaschen neben Blumengesteck auf dem Grünen-Empfang (Foto: Louis Berger)
Dass Böckenförde mit diesem Satz von 1964 weniger einer religiös getragenen Ordnung das Wort reden wollte, unterschlagen viele Redenschreiberinnen jedoch. Dem jungen Juristen aus Carl Schmitts (1888–1985) Dunstkreis ging es vielmehr darum, den meist noch wenig demokratisch eingestellten Katholik*innen die Bonner Republik schmackhaft zu machen. So heißt es in seinem Aufsatz „Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation“, Christ*innen sollten „diesen Staat in seiner Weltlichkeit nicht länger als etwas Fremdes, ihrem Glauben Feindliches […], sondern als die Chance der Freiheit“ begreifen.
Die Reden auf den Parteiempfängen unterscheiden sich inhaltlich nicht von den Botschaften, die Kirchen- oder ZdK-Vertreter*innen und Parteipolitiker*innen auf den Pressekonferenzen und Podien des Katholikentages verbreiten. Parteiübergreifend geht es um Freiheit, Gerechtigkeit und „gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Die Empfänge sind keine klandestinen Treffen einer verschworen wirkenden Kirchen-Politik-Medien-Bubble. Wer kommen will und sich angemeldet hat, kommt hinein.
Auf der Terrasse des „Maschinenhauses“, zwischen Heizstrahlern und müden Gesprächen, erzählt ein Kollege vom Auftritt des damaligen SPD-Generalsekretärs Kevin Kühnert beim Erfurter Katholikentag vor zwei Jahren. Dem konfessionslosen Kühnert sei damals laut zugejubelt worden, als er beschrieben habe, dass Kirchen und demokratische Parteien „im selben Boot“ säßen und mit ähnlichen Mobilisierungsproblemen kämpften. Mindestens teilen sich demokratische Parteien und Kirchen die Feindmarkierung durch die AfD. Der AfD und ihrem Vorfeld gelten beide als Garanten eines Systems, das überwunden werden soll.
In dieser Situation ist es gut, wenn die Parteien den Glauben nicht als etwas Fremdes begreifen. Der Empfang der Sozialdemokratie endet überraschend religiös. Den Schlusssegen spricht in diesem Jahr Lisa Holzer, die geistliche Leiterin der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). Sie trägt ein schwarzes T-Shirt, auf das eine Variation des bekannten rot-weiß-schwarzen Symbols der „Antifaschistischen Aktion“ gedruckt ist: „Antifaschistische Kirchen.“ Als sie spricht, wird es tatsächlich einmal still und andächtig. Zum Schluss singen alle gemeinsam den berühmten Taizé-Gesang „Ubi caritas“ von Jacques Berthier: „Wo Güte und Liebe sind, da ist Gott.“
Alle Eule-Beiträge zum Katholikentag 2026 in Würzburg.
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