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Missbräuchlich – Die Links am Tag des Herrn vom 23. Juli

Die Woche stand unter dem Eindruck des Abschlussberichts über die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen. Das und noch mehr in den Links am Tag des Herrn.

Debatte

In der katholischen Kirche hören die Skandale um Missbräuche nicht auf, was eigentlich zu erwarten war, nachdem sich immer mehr Betroffene zu Wort gemeldet hatten, und die Kirche sich zunehmend um Aufklärung bemüht. Vergangenen Dienstag wurde der Abschlussbericht um die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen (Zum Download des vollständigen Berichts.) veröffentlicht. Seltsamerweise hörte man im Radio, sah man im Fernsehen weniger, was dieser Bericht nun für Folgen haben wird. Vielmehr wurden erneut die Schuldzuweisungen laut.

Der damalige Bischof (domradio.de)

In diesem Schlaglicht steht speziell der damalige Bischof von Regensburg, Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Seine Präfektur der Glaubenskongregation wurde erst Anfang Juli nicht verlängert und nun wird ihm noch vorgeworfen, dass er die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle verschleppt habe:

Der Zwei-Meter-Mann spricht oft von Dekreten, von Prozessen, von Struktur, von Ordnung, weniger von direkter Kommunikation mit den Opfern. „Manche denken, sie schreiben einen Brief und bekommen gleich eine Antwort mit dem Urteil über einen Angeklagten. Das ist einfach nicht möglich, weil der Prozessablauf eine Struktur hat und nach objektiven Kriterien durchgeführt werden muss.“

Der Fordernde (Passauer Neue Presse)

Fakt ist, Müller hat während seiner Zeit im Bischofsamt eine proaktive Aufarbeitung unter Einbeziehung von Betroffenen versäumt, wie es Johannes-Wilhelm Rörig kritisiert und eine Entschuldigung fordert.

Die Fürstin (BR24)

Eigentlich eher randständig, aber ich will es doch mit aufführen. Fast schon, so könnte man sagen, nicht anders zu erwarten, äußerte sich auch Gloria von Thurn und Taxis zu Wort. Immerhin betrifft es ja die Stadt ihres Fürstensitzes Regensburg. Doch wie schon in vorangegangenen Statements zeugt sie von keiner überlegten Umsicht:

„In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.“ Gloria betonte auch, sie fände es unfair, heutige Maßstäbe auf frühere Dekaden anzuwenden. „Das geht nicht. Die Welt hat sich verändert.“

Die Betroffenen (Süddeutsche Zeitung)

Zurück bleiben die Opfer. Die einen wollen Aufarbeitung, die anderen Entschädigung. Einig sind sie sich darüber, das es jeder für sich aufarbeiten muss. Wieviel insgesamt aufgearbeitet werden muss, zeigt die lange Liste an Beiträgen zu den Missbräuchen.

Randständiges

Textkritik – Markus (Herz im Wandschrank)

Die Ehe für alle wird uns noch lange beschäftigen. Diesen Eindruck gewinnt, wer liest, was noch immer reichlich geschrieben wird. Hier eine textkritische Betrachtung eines vermeintlich rechtfertigenden Beitrags. Der meistgelikede Artikel der christlichen Blogosphäre in dieser Woche.

Im Nachgang zur Bundestagsentscheidung für die Ehe für alle hat sich auch Ulrich Parzany zu Wort gemeldet und über das Netzwerk Bibel und Bekenntnis eine Stellungnahme veröffentlicht. Sie endet in einer sogenannten Kanzelerklärung. […] Ich möchte stattdessen versuchen, anhand dieses Beispiels die sprachlichen Mittel herauszuarbeiten, mit denen die Gegner der Ehe für alle häufig arbeiten, und gehe dazu Satz für Satz vor.

10 Ratschläge, bettelnden Menschen zu begegnen (krankenhauspfarrer.net)

Wie oft geht man durch die Fußgängerzone oder durch die Bahnhofshalle, wird nach nem Euro gefragt. Gibt man, oder gibt man nicht? Gibt es Kriterien zu geben, oder nicht? Diese 10 Tipps in Übersetzung aus der Open Door Community können hilfreich sein.

Wenn Sie wohnungslosen Menschen wirklich helfen wollen, setzen Sie sich für Wohnraum für alle Obdachlosen ein. Unterstützen Sie Organisationen in Ihrer Stadt, die eine Politik des „Wohnrechts für alle“ vertreten. Leisten Sie außerdem allen Vertreibungsversuchen – wie Bettelverboten – Widerstand, die Menschen auf der Straße dehumanisieren, diskriminieren und kriminalisieren.

Rettungseinsätze auf dem Mittelmeer: Fakten gegen Vorurteile – Ärzte ohne Grenzen (Youtube)

Predigt

Das Heiligste in dieser Welt – Martina Janßen (predigtforum.de)

Auch die Predigt diese Woche fordert dazu auf, unsere Fenster und Türen zu öffnen, für Fremdes, für Licht.

Nur ihr seid auserwählt, nur ihr heilig! Die anderen sind Heiden, Unheilige. Es gilt: Kein Bund mit ihnen, sondern Abgrenzen, Ausgrenzen, Abschotten, Abschlachten. Das klingt aktuell. Das könnte man heute auch so ähnlich in einer islamistischen Moschee und auf vielen Versammlungen politischer Extremisten oder religiöser Fundamentalismen jeglicher Couleur hören. Wo solche Worte fallen, ist die Trennlinie klar gezogen zwischen heilig und unheilig, erwählt und verflucht, gut und böse.

Bibel

Biblische Prügelpädagogik (bibelkritik.ch)

Um nochmal auf Missbrauch zurück zu kommen. Die Zucht als Mittel der Erziehung wird sehr oft mit biblischen Zitaten als richtig dargelegt. Diese Zitate gibt es, aber ob man sich deshalb drauf berufen soll und es praktizieren muss, ist die andere Frage.

Ein schöner Satz

 

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