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Foto: Jack Bassingthwaighte (Unsplash)

Zum 2. Advent: Memento solitarium

Lichte Momente im Advent entstehen, wenn wir die Einsamkeit um uns herum erkennen und auflösen. Zwischen Stress und Ruhe hat die Gemeinschaft ihren Raum.

Tragt in die Welt nun ein Licht,
Sagt allen: „Fürchtet euch nicht!,
Gott hat euch lieb, groß und klein,
Seht auf des Lichtes Schein!“

In der Gemeinde, in der ich habe aufwachsen dürfen, sind wir vom Kindergottesdienst aus stets im Advent von Tür zu Tür, zu denen nach Hause, denen es nicht mehr leicht fiel, das Haus zu verlassen. Wir brachten ihnen ein Adventsgesteck mit Kerze, sangen ihnen das oben zitierte Lied und noch eines, das sie sich haben wünschen dürfen.

Ich mochte diesen Tag im Advent und denke noch immer gerne daran zurück. Diese Erinnerung sitzt sogar so tief, dass ich während meines Studiums eine Hausarbeit über eben dieses Lied geschrieben habe.

Es bringt selbst so viel Freude, wenn man anderen eine Freude bereitet. Und mit diesem Besuch haben wir regelmäßig Freudentränen hervorgerufen. Mit dem Adventslicht haben wir eine Botschaft von Tür zu Tür getragen: Du bist nicht allein, am allerwenigsten im Advent, auch wenn du dich so fühlst.

Für manchen ist der Advent eine traurige Zeit. Zu Hause sitzend, vielleicht den Fernseher laufend, darin die ganzen Filme mit glücklichen Familien, liebenden Liebenden, verkappten Rockstars, die alle zu Weihnachten und auch schon im Advent Gemeinschaft erfahren.

Als gesunder Hüpfer nerven einen die vielen Menschen in der Einkaufsstraße, nervt einen das ganze Fahrstuhlgeplärre aus jedem Lautsprecher, nerven einen die vielen blinkenden Lichter in den Fenstern der Nachbarn, die einen im schlimmsten Fall nachts sogar noch wach halten. Es gibt Menschen, die sehnen sich danach. Die können sich nur daran erinnern, auf vollen Straßen einkaufen gewesen zu sein, im Kreis der Freunde einen Glühwein getrunken zu haben.

Während der gesunde Hüpfer genervt seine adventlichen Tätigkeiten und Vorbereitungen verfolgt, vergisst er oft seinen Nächsten. Wann warst Du das letzte Mal mit deinen Eltern oder Großeltern einen Glühwein trinken? Wie wärs damit, Deinen Nachbarn mal zum Adventskaffee einzuladen? Du kennst sie gar nicht? Pack die Gelegenheit beim Schopf!

Im Advent will niemand alleine sein. In Gemeinschaft schmecken die Plätzchen besser, riecht der Glüchwein würziger, lacht man fröhlicher, ist einem wärmer, ist das Licht heller, kennt keiner Furcht.

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