Wahl des DBK-Vorsitzenden

Es kann nur einen geben!

Die Deutsche Bischofskonferenz wählt einen neuen Vorsitzenden. Nur ein Kandidat steht für die nötige Disruption und den vibe shift in unserer Gesellschaft. Eine Glosse.

Am Dienstag will sich die römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) auf ihrer Frühjahrsvollversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen. Im Vorfeld der Wahl wird innerkirchlich und medial darüber spekuliert, welcher der 25 amtierenden Ortsbischöfe der Kirche in Deutschland wohl gute Chancen auf den Spitzenjob hat (wir berichteten). Wahrscheinliche Kandidaten sind der Paderborner Erzbischof Udo Bentz, der Essener „Ruhrbischof“ Franz-Josef Overbeck und der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer.

Auch andere Bischöfe wie der Fuldaer Bischof, Michael Gerber, der Würzburger Gastgeber der Frühjahrsvollversammlung, Franz Jung, oder der fleißige Rom-Netzwerker Bertram Meier (Augsburg) werden in unterschiedlichen Medien gehandelt. Fest steht, welchem „Profil“ der Nachfolger von Bischof Georg Bätzing (Limburg) im DBK-Vorsitz, auch und gerade im Unterschied zu ihm, entsprechen soll:

Er soll „italienisch sprechen“, was nicht nur Sprachkenntnisse umfasst, sondern die Vertrautheit mit der Kurie im Vatikan meint. Er soll in der Bischofskonferenz vermitteln können, in der eine „reformwillige“ Mehrheit einer kleinen Minderheit von sehr konservativen Bremsern gegenübersteht. Schließlich braucht es einen DBK-Vorsitzenden, der die katholische Kirche als „Klassensprecher“ der Bischöfe in Medien und Politikbetrieb sichtbar macht.

Eine mutige Wahl

Ein Bischof, der diesem Anforderungsprofil entspricht, dessen Wahl außerdem für Disruption und Aufmerksamkeit sorgen würde, ist Stefan Oster. In den medialen Spekulationen spielt der ehemalige Journalist und Theologieprofessor, der seit bald 12 Jahren Bischof von Passau ist, bisher kaum eine Rolle. Dabei ist er sogar – wie Papst Leo XIV. – ein Ordensmann! Wird Oster, der für die katholische Sexualmoral, den Lebensschutz und Neuevangelisierung und gegen das Lai:innen-Verständnis von Synodalität eintritt etwa gecancelt?

Bischof Stefan Oster (2014) (Foto: Bistum Passau)

Die meisten der heiß gehandelten Favoriten unter den Bischöfen sind sich zum Verwechseln ähnlich: Nicht nur, weil es sich um weiße Männer um die 60 mit höflichen Haarschnitten handelt, sondern auch inhaltlich. Selbst viele Katholik:innen werden sich schwer damit tun, in einem Bischofsmemory die Namen der angeblichen Favoriten mit den passenden Gesichtern und (Erz-)Bistümern zusammenzubringen – geschweige denn einzelne Bischöfe mit pointierten Positionen zu identifizieren.

Die Forderung aus (katholischen) Medien und dem administrativen Establishment an die Bischöfe, doch bitte einen „gemäßigten Moderator“ zu wählen, ist nichts anderes als Todessehnsucht. Wie wird die katholische Kirche wieder zu einer deutlich vernehmbaren, unterscheidbaren Stimme in der Öffentlichkeit unseres gottabgewandten Landes? Wer kann die katholische Kirche in Deutschland in die „Dunkelheit des Abends“ führen?

Die Bischofskonferenz braucht gerade jetzt einen Vorsitzenden, der mit Freude und kommunikativem Geschick katholische Positionen in die Gesellschaft einbringt und innerkirchlich jenen den Rücken stärkt, die sich noch für die römische Kirche begeistern können. Gesucht wird, wie Benjamin Leven bei COMMUNIO völlig zurecht schreibt, ein DBK-Vorsitzender mit einem „eigenständigen theologischen Profil“, der Debatten „auf ein anderes Niveau“ bringen kann. Stefan Oster wäre eine solche Stimme, die sich quer zum Mainstream der Gesellschaft stellt und auch die Gläubigen seiner eigenen Kirche herausfordert.

Mehr als ein „Talkshow“-Gesicht

In den Debatten um Transidentitäten – die womöglich ein „Ansteckungsphänomen“ sind, so Oster gegenüber der Tagespost (€) – braucht es Mut, sich für „die ungeheure Würde auch des Leibes“ und gegen den Irrglauben der sexuellen und körperlichen Selbstbestimmung auszusprechen. Die Weisheit des katholischen Katechismus und des Lehramts der Kirche muss für einen DBK-Vorsitzenden selbstverständiche Richtschnur sein. Von seinem großen Vorbild Bischof Robert Barron aus den USA lässt sich Oster dazu inspirieren, auch mit den unbequemen Botschaften der Kirche zu provozieren.

Mit Stefan Oster erhielte die DBK zudem einen Vorsitzenden, der ein Freund der neuen Geistlichen Gemeinschaften ist, sie auch nach Kräften finanziell unterstützt, um der Neuevangelisierung des Landes zu dienen. Mit der frommen Jugend schreitet die Kirche einem neuen Anfang entgegen. Tausende Erwachsenentaufen bereits zu Ostern 2026 werden – ganz wie in Frankreich – die Früchte dieser Mühen sein!

In unserer Zeit braucht es nicht vor allem Moderationsgeschick, sondern „Machtbewusstsein“, wie COMMUNIO-Online-Redaktionsleiter Leven korrekt analysiert. Dass sich katholische Bischöfe im Gegenüber zu sogenannten Lai:innenvertreter:innen, die nur „demokratisch“ gewählt wurden, selbst verzwergen, ist ein bedauerliches Missverständnis von Synodalität. Bischof Oster wäre es zuzutrauen, nicht nur im Bonner Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz mit seinen rund 150 Mitarbeiter:innen und im Gefüge des Synodalen Weges aufzuräumen, sondern eigene disruptive Impulse weit über die Kirchenmauern hinweg zu setzen.

Mit seinen persönlichen Medienkanälen erreicht Oster heute schon viele tausende Gläubige, die an einer authentischen Verkündigung und klaren katholischen Zeitansage Interesse haben. Bischof Oster spricht ohne Umwege über lahme Gremien und eigensinnige Pressestellen direkt mit seinen Gläubigen. Stefan Oster ist ein Bischof, der häufig und gerne predigt, Vorträge hält, sich interviewen lässt – im katholischen Fernsehen, auf YouTube und in Podcasts. Dabei spricht er auch schon mal über Pop-Stars wie Taylor Swift und bleibt doch ganz bei der Schönheit des katholischen Glaubens. Schon heute hat er doppelt so viele Instagram-Follower wie die Bischofskonferenz. Angesichts des Spardrucks auf kirchliche Strukturen und des Bedeutungsverlusts der Kirche in den zunehmend säkularisierten Massenmedien, kann das Ein-Mann-Medien-Powerhouse Stefan Oster überzeugen!

Es überrascht nicht, dass das gremienkatholische Establishment einem solchen Mann ablehnend gegenübersteht! Doch lassen wir uns nicht verirren: In den Diözesen, vor allem unter Priestern und im Volk Gottes gibt es viele Menschen, die sich sehnlichst wünschen, dass es in der Kirche statt um Segnungshandreichungen für LGBTQI+-Partner:innenschaften und verkirchenrechtlichte Geschäftsordnungsdebatten endlich wieder um die Schönheit des katholischen Glaubens und ein kraftvolles Zeugnis für den Lebensschutz und wider den liberalen Zeitgeist geht.

Der Bischof als Diener des (Gottes-)Volks

Die Wahl zum DBK-Vorsitzenden würde für Stefan Oster sicher auch ein großes Opfer bedeuten, müsste er doch zukünftig in der Öffentlichkeit die häufig fragwürdigen und von der liberalen synodalen Agenda getriebenen Beschlüsse und Positionen der gesamten Bischofskonferenz vertreten. Auf seine öffentlichen, fachlich brillianten Widersprüche müssten interessierte Leser:innen dann wohl verzichten. Die Bischofskonferenz würde aber endlich wieder mit einer Stimme sprechen!

Bischof Oster würde durch eine solche Geste der Demut ein kraftvolles öffentliches Zeugnis dafür ablegen, dass ein Bischof zunächst einmal Diener des Volkes Gottes ist. Weil an seiner Treue gegenüber Papst und Vatikan keinerlei Zweifel bestehen, kann Oster auch glaubwürdig als neuer Präsident der nationalen Synodalkonferenz fungieren – und mit einzigartiger Vollmacht die katholische Kirche in Deutschland repräsentieren!

Anders als viele seiner Brüder im Bischofsamt, lässt sich Oster nicht vom Klein-Klein der diözesanen Verwaltung, von Kirchenstrukturreformen und den Lasten des Bischofsamtes erdrücken. Bischof Oster weiß: Ein katholischer Bischof ist vor allem ein geistlicher Hirte. Die kostbare Zeit, die ihm auf Erden geschenkt ist, sollte er nicht mit administrativen Kontrollen oder fruchtlosen Gremienberatungsgängen vergeuden.

Insbesondere jene 96 % der Katholik:innen, die meinen, ihre Kirche müsse sich „grundlegend verändern, wenn sie eine Zukunft haben will“, brauchen endlich wieder einen DBK-Vorsitzenden, der ihnen ein positives Bild der Kirche vermittelt, statt einen vermeintlichen „Reformstau“ zu beklagen. Die DBK braucht einen Vorsitzenden, dessen Briefe im Vatikan nicht nur gelesen, sondern auch beantwortet werden.

Mit der Wahl von Bischof Stefan Oster zum neuen DBK-Vorsitzenden verbindet sich die Hoffnung auf eine Kirche, die nicht in den Debatten der Vergangenheit um Frauenweihe, Verwaltungsgerichtsbarkeit und Pflichtzölibat sterben geht, sondern sich für „Zukunftsthemen“ (Leven) öffnet. Eine Kirche, in der „Konvertiten und Hochreligiöse“ eine größere Rolle spielen, weil sie zu einem Rest der Heiligen schrumpft, fände in Oster einen geeigneten Repräsentanten. Seine Wahl wäre eine deutliches Zeichen dafür, dass die Kirche in Deutschland den gegenwärtigen vibe shift zu traditionellen Werten und Lebensstilen antizipiert. Nur mit Stefan Oster kann die Bischofskonferenz konterkulturell und zeitgeistig zugleich sein!


Am Dienstag will die Deutsche Bischofskonferenz sich einen neuen Vorsitzenden wählen. Welche (Erz-)Bischöfe haben Chancen auf den katholischen Spitzenjob? Welches Signal geht von der Wahl aus? Lies jetzt die Eule-Analyse von Philipp Greifenstein.


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