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Foto: Chris Liverani (Unsplash)

Die Kirchen und Corona: Ab ins Kämmerlein!

Zahlreiche Kirchen reagieren inzwischen auf die Ausbreitung des Corona-Virus. Die Verwirrung ist trotzdem noch groß. Hier die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen:

Was jetzt zu tun ist:

Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, empfehlen die Gesundheitsbehörden eine weitgehende Einschränkung von Sozialkontakten.

  • Personen aus den Risikogruppe der älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sollten zu Hause bleiben.
  • Gottesdienste und alle anderen Veranstaltungen absagen, die nicht zwingend jetzt durchgeführt werden müssen.
  • Außenkontakte vermeiden zu Pflegeheimen und Einrichtungen der Diakonie & Caritas, in denen sich um Menschen aus den Risikogruppen gekümmert wird.

Gut gemeint, aber tl;dr

In den vergangenen Tagen haben die meisten Kirchen auf die Ausbreitung des Corona-Virus reagiert. In ausführlichen Maßnahmenkatalogen schildern die Kirchenleitungen, welche Handlungsoptionen ihre Gemeinden und Einrichtungen haben. Das ist gut, und weil es dabei zum Teil zu Verzögerungen kam, auch dringend geboten!

Leider sorgen einige der Hinweise nach wie vor für Verunsicherungen. Darf nun Abendmahl gefeiert werden, und unter welchen Bedingungen? Was ist mit den lieben und segensreichen Worten tatsächlich gemeint? Aktuelle Änderungen der Lage machen einige Hinweise wieder obsolet, obwohl nur wenige Stunden und Tage seit Veröffentlichung vergangen sind.

Auch der Hang der Kirchenleitungen dazu, ihre Empfehlungen mit pastoralen Hinführungen und frommen Worten einzuleiten, sorgt nicht dafür, dass die einfachen Maßnahmen ergriffen werden, die alle Gläubigen verstehen sollten. Der Corona-Virus ist der Ernstfall für die Krisenkommunikation von Kirchen. Und einige versagen. Die länglichen Sicherheitshinweise werden – so scheint es – selbst von hauptamtlichen Mitarbeiter*innen kaum verstanden.

Es ist außerdem davon auszugehen, dass viele Gläubige auch nach Tagen intensiver Berichterstattung in den Medien noch nicht alle wichtigen Fakten gehört und verstanden haben. Darum ist es nun umso wichtiger, dass Kirchenleitung und Verantwortungsträger*innen vor Ort deutlich und klar kommunizieren!

Ab ins Kämmerlein!

Alle Vorsichtsmaßnahmen sollen dazu dienen, die schnelle Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und Menschen aus Risikogruppen vor einer Ansteckung zu schützen!

Weil in den Kirchen so viele ältere Menschen aktiv sind wie in keiner anderen Organisation, kommt ihnen beim Schutz dieser Menschen eine besondere Rolle zu.

Es geht bei den Vorsichtsmaßnahmen um temporäre Maßnahmen, die zügig durchgeführt werden sollten, die aber auch nur für einen begrenzten Zeitraum notwendig sein werden.

Vor einer kurzen Unterbrechung des ordentlichen Kirchenbetriebs braucht sich niemand fürchten! Die allermeisten Kirchenmitglieder kommen ohne täglichen oder wöchentlichen Kontakt mit ihren Religionsgemeinschaften aus. Statt ihre Zeit auf Sonder- und Umwege zu verschwenden, wie man z.B. doch noch Abendmahl feiern könnte, sollten Pfarrer*innen ihre Kraft darauf verwenden, Menschen aus den Risikogruppen per Telefon anzurufen und den Menschen vor Ort Mut zu zusprechen.

Besuchskreise und -Gruppen sowie Kirchenvorstände bzw. Gemeindekirchenräte sollten das hauptamtliche Personal dabei unterstützen.

Wenn Schulen und Kindergärten schließen, weil die Gesundheitsämter es so anordnen, dann sollen auch Kinderstunden, Konfirmandenunterricht und Veranstaltungen der Jugendverbände ausfallen. Konfirmationen und Firmungen, so empfiehlt inzwischen die Mehrzahl der Kirchenleitungen, können in den Sommer / Herbst verschoben werden.

Beerdigungen und Krankenseelsorge finden weiterhin statt. Darüber aufzuklären ist auch Aufgabe aller Laien / ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen. Niemand braucht Angst haben, im Stich gelassen zu werden!

In den Medien finden weiterhin zahlreiche Gottesdienste und Andachten statt, die man bequem von zu Hause aus mitfeiern kann. Außerdem können Haupt- und Ehrenamtliche auch kreativ werden.

Und beten?!

Die Kirchen verbinden ihre Sicherheitshinweise mit Gebetsaufrufen. Beten hat noch nie geschadet! Wichtig ist, dass es nicht allein beim Händefalten bleibt, sondern auch die wichtigen und einfachen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden:

  1. Sozialkontakte einschränken
  2. Keine Körperkontakte
  3. Hände gründlich waschen
  4. Unterstützung für Menschen aus den Risikogruppen anbieten (Einkaufshilfe, freundliche Nachfrage)
  5. Bei Erkrankung oder Unwohlsein den Hinweisen der Gesundheitsämter vor Ort folgen

In der Bergpredigt sagt Jesus vom Beten:

Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Übrigens: Beim Händewaschen das Vaterunser zu beten ist doppelt gut: Wenn sie damit fertig sind, haben sie in jedem Fall 20 Sekunden gründlich Hände gewaschen.

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