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Foto: Austin Chan (Unsplash)

„Sie haben Post!“

Die Digitalisierung birgt neue Möglichkeiten, wie Kirche Menschen nahe kommen kann: Zum Beispiel mit personalisierten Informationen für Mitglieder und Interessierte.

Der Lieferservice schreibt, er vermisst mich, weil ich so lange nicht mehr bestellt habe, und der Online-Shop teilt mir mit, was mich interessieren könnte. Die Sammlung von personenbezogenen Daten und personalisierte Kommunikation machen es möglich.

In der Kirche spielt Personalisierung der Kommunikation bisher kaum eine Rolle, dabei sollte die Kirche die Chancen nutzen, die Personalisierung bietet.

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen genau die Veranstaltungshinweise von ihrer Kirche, die Sie interessieren. Das heißt, Sie brauchen keine langen Veranstaltungsprogramme mehr zu durchsuchen und Sie müssen sich nicht mehr darüber aufregen, dass Sie erst im Nachhinein von dem spannenden Akademiegespräch, dem Preacherslam oder dem Vorbereitungstreffen für den Weltgebetstag der Frauen erfahren.

Kirche, passend gemacht

Natürlich bedeutet es, dass Sie Daten angeben müssen, aber die Daten darüber, welche kirchlichen Veranstaltungen wen interessieren, können auch dabei helfen, das Programm zu verbessern. Und im Vergleich zu den Daten, die Google und Payback von Ihnen haben, sind diese auch nicht besonders sensibel.

Ja, es braucht Zeit und Geld ein solches Tool in den Landeskirchen und Kirchenbezirken zu implementieren, aber die Chance, mit der Werbung für Veranstaltungen genau die Menschen zu erreichen, die sich für diese Veranstaltungen auch interessieren, sollte den Aufwand rechtfertigen. Denn mit langen Newslettern, die Angebote für Kinder, junge Familien und Senioren mit ihren unterschiedlichen Interessen beinhalten, erreicht man effektiv nur wenige. Schließlich hat kaum jemand die Zeit und Lust sich all die Newsletter und Veranstaltungseinladungen komplett durchzulesen.

Die für die Personalisierung erhobenen Daten können auch dazu genutzt werden, die Angebote besser auf die Interessen der Mitglieder bzw. Interessierten anzupassen. Außerdem kann das Wissen darüber wie viele Menschen sich für ein Thema interessieren, auch dabei helfen passende Räumlichkeiten für die Veranstaltungen auszusuchen.

Aber nicht nur bei der Veranstaltungsplanung ist Personalisierung eine tolle Möglichkeit für die Kirche.

Stellen Sie sich vor, Sie geben einmal an, dass Sie sich gerne ehrenamtlich einbringen möchten, wie viel Zeit Sie im Monat im Durchschnitt dafür zu Verfügung hätten und welche Interessen und Fähigkeiten und Erfahrungen Sie mitbringen und dann bekommen Sie einen oder mehrere Vorschläge, die gut zu Ihnen passen könnten.

Wenn Sie umziehen und bei der Datenschutzerklärung das Häkchen bei „Ich erlaube die Übertragung meiner Daten bei einem Wohnortwechsel“ angekreuzt hatten, dann kann Ihre neue Gemeinde oder Ihr neuer Kirchenkreis ihnen gleich anbieten, dass Sie sich beim Schreiben der Berichte über Gemeindeveranstaltungen, den Geburtstagsbesuchen oder im Küchenteam der Kinderfreizeit einbringen können, oder was auch immer den Interessen entspricht, die Sie angegeben haben.

Im Wilkommensbrief kann dann gleich stehen:

„Wenn Sie sich weiterhin in der Planung und Betreuung von Jugendfreizeiten engagieren möchten, können Sie gerne zum nächsten Planungstreffen am 10. Januar um 19 Uhr im Gemeindehaus kommen. Sollten Sie dazu Fragen haben oder beim nächsten Treffen verhindert sein, können Sie sich gerne an unsere Gemeindediakonin Frau Maier wenden.“

Die Kirche deiner Wahl

Das zeigt einer zugezogenen Person gleich, dass ihr Engagement auch in der neuen Gemeinde gewünscht ist und macht es leichter sich einzubringen, da Termine und Ansprechpartner nicht mehr recherchiert werden müssen.

Das sind nur zwei Beispiele, bei denen Personalisierung in der Kirche hilfreich sein kann. Das Projekt „Kirche bei dir“, ein digitaler Kirchenfinder, der auf der EKD-Synode kommende Woche vorgestellt werden soll, hat das Ziel dem Benutzer personalisierte, auf die Bedürfnisse der Benutzer abgestimmte Informationen über kirchliche Angebote vor Ort zu liefern. Das ist schon mal ein guter Anfang.

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