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Das Ende ist nah! – Die #LaTdH vom 22. Dezember

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, aber die Themen bleiben. In der Debatte geht es um die Kirchenreform bei den Katholiken. Außerdem: Weihnachtspredigten im Sonderangebot.

Auch in den letzten regulären „Links am Tag des Herrn“ des Jahres 2019 geht es in der Debatte um die Krise der röm.-kath. Kirche. (Mehr zu den #LaTdH für kommenden Sonntag am Ende dieser Ausgabe.) Die Kirchenkrise betrifft allerdings nicht nur diese Konfession des Christentums, sondern strahlt auf alle christlichen Religionsgemeinschaften und Kirchen aus. Deshalb ergeben sich aus dieser Krise Fragen, die alle Christ*innen angehen:

Debatte

Brauchen wir die Kirche noch? (WDR 5 Funkhausgespräche)

Eine gute Bilanz der bisherigen Bemühungen um Kirchenreform in der röm.-kath. Kirche wird in dieser Gesprächsrunde mit Franz-Josef Overbeck (Bischof Bistum Essen), Maria Mesrian (Maria 2.0), Ursula Harter (Initiative Pontifex), Thomas Sternberg (Zentralkomitee der Katholiken, @zdkonline) und Horst G. Herrmann (Autor) gezogen. Letzterer polemisiert:

„Die katholische Kirche ist erst dann wirklich komplett am Ende, wenn sie sich vollständig protestantisiert hat.“

Damit verbalisiert er eine Ur-Frage der traditionsbewussten Katholik*innen: Was ist eigentlich katholisch, wenn der Zölibat fällt, Frauen geweiht werden können und Homosexuelle gesegnet? Und für alle Christ*innen: Was ist in unserer Zeit das bleibend Christliche, das wir „in der Welt“ zu verkündigen haben?

Bischof Overbeck: Die alte Zeit ist zu Ende! (katholisch.de, KNA)

Haben auch Sie das Gefühl, das alles schon einmal gehört zu haben? Ein richtiges Déjà-vu zu erleben? Tatsächlich hat Bischof Overbeck dasselbe vor einem Jahr in einem „Wort des Bischofs“ geschrieben. Er wolle Priesterbild und -Rolle sowie Sexualmoral offen diskutieren. Der Wunsch des Bischofs erfüllt sich (so einigermaßen) im „Synodalen Weg“, der am 1. Advent 2019 offiziell begonnen hat. Es wird Zeit:

„Eine breite Mehrheit der Gläubigen und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit erwarten angesichts einer schon Jahre andauernden Diskussion nun eine ernsthafte Erneuerung der Kirche.“

Nicht nur für die katholischen Geschwister stellt sich die Frage, in wie weit in der breiten Gesellschaft als richtig erkannte Ideen – wie die Gleichberechtigung der Geschlechter, die Ächtung von Diskriminierung Andersliebender, die sexuelle Selbstbestimmung – auch in der Kirche umgesetzt werden sollen. Kann die Kirche glaubwürdig am Reich Gottes bauen, wenn sie sich diesen Anliegen verschließt?

Reformen ohne die Bischöfe? – Walter Ludin (aufbruch)

Hach, wenn doch nur alle Bischöfe so reformwillig wie Overbeck wären! Würden Sie sich damit wohler fühlen? Oder ist nicht vielmehr die Konzentration von Macht und Geltungsanspruch im Episkopat ursächlich für den Stillstand der röm.-kath. Kirche? Walter Ludin fasst drei Beispiele der „Selbsthilfe“ aus einem Communiqué der Pfarrei-Initiative zusammen:

    • – Gemeindeleiterinnen und -Leiter beginnen, Abendmahl zu feiern. Dies widerspricht zwar der festgefügten Ämterlehre, nimmt aber letztlich bloss eine urkirchliche Praxis auf. Damals sind ja in den Hauskirchen die Familienväter (und -Mütter!) dem Brotbrechen vorgestanden.
    • – In den Pfarreien werden gleichgeschlechtliche Partnerschaften gesegnet. Nur wer die (hebräische) Bibel fundamentalistisch auslegt kann dagegen sein. […]
    – Und schliesslich der Vorschlag, dass es überkonfessionelle Abendmahlfeiern geben soll. Vor genau 40 Jahren habe ich anlässlich einer Trauung eine solche Feier mitgestaltet. Die Welt ging nicht unter. Und das Paar ist immer noch beisammen …

Hinter diesen Vorschlägen verbirgt sich mehr als die Frage nach einer zeitgemäßen Form der christlichen Kirche. Im Kern geht es darum: Wie muss sich die Kirche verändern, um dem Evangelium treu zu werden?

Exkurs: „Päpstliches Geheimnis“

In der vergangenen Woche machte die Aufhebung des sog. „Päpstlichen Geheimnisses“ in Missbrauchsverfahren Schlagzeilen. Archive dürften sich nun öffnen, Kurie, Bistümer und Orden mit zivilen Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten. Wenn, ja, wenn staatliche Stellen nun konsequent ermitteln! Anlass genug dazu besteht auch ohne Klagen einzelner Betroffener.

Ob sich vor Ort tatsächlich etwas tut, aber ist von den Bischöfen abhängig. Matthias Katsch („Eckiger Tisch“, @KaMaZhe) machte darauf im ZDF aufmerksam:

Katsch betonte, für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen sei der päpstliche Schritt von großer Bedeutung. Wenn die Archive geöffnet würden, gebe dies den Opfern auch die Möglichkeit, vor weltliche Gerichte zu ziehen. „Es gibt keine Ausrede mehr an dieser Stelle“, so Katsch.

Die Würdigung des Bonner Kirchenrechtlers Norbert Lüdecke fällt zwiespältig aus:

Künftig könnten staatliche Anzeigenpflichten bei Missbrauch eingehalten werden, ohne mit dem Kirchenrecht in Konflikt zu kommen, […]. Auch könne der Vatikan bei Rechtshilfeersuchen anderer Staaten nicht mehr einfach auf das „Päpstliche Geheimnis“ verweisen. Skeptisch zeigte sich der Theologe allerdings mit Blick auf die Praxis. Ob damit wirklich mehr Transparenz erreicht werde, werde sich erst bei der konkreten Umsetzung zeigen.

Eine Kirche, die alles in ihrer Macht stehende tun will, um Betroffenen von Missbrauch Gerechtigkeit zu ermöglichen, muss sich die Machtfrage stellen. Auch der Blick nach Rom geht fehl: Als ob dieser oder irgendein Papst durch härteres Durchgreifen den Sumpf trocken legen könnte. Vielmehr braucht es Kontrolle der Bischöfe vor Ort durch juristische Profis und engagierte Laien.

Wenigstens etwas mehr können nun die Betroffenen mitreden: Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) richtet einen Betroffenenbeirat ein. Interessent*innen dürfen sich bis zum 7. Februar melden.

In das Lob mischen sich Fragen – Christiane Florin (Deutschlandfunk)

Im Deutschlandfunk begrüßt Christiane Florin (@christianeflori) die Abschaffung des „Päpstlichen Geheimnisses“ bei Missbrauchsvergehen, Anlass zu einem vollmundigen Lob der Transparenz bestünde allerdings nicht:

Die neue vatikanische Anweisung schafft ein Geheimnis ab, das die Institution schützte, aber nicht die Schutzbefohlenen. Das bedeutet allerdings nicht, dass fortan streng geheime Akten öffentlich zugänglich werden oder dass Journalistinnen und Journalisten Einsicht bekommen. Aber staatliche Gerichte erhalten Möglichkeiten, die ihnen bisher fehlten. Seit 2001 sind alle Bistümer verpflichtet, Missbrauchsverdacht an den Vatikan, genauer gesagt an die Glaubenskongregation, zu melden. Akten, die den Stempel päpstliches Geheimnis trugen, verschwanden gen Rom und durften von Bischöfen nicht an staatliche Strafverfolgungsbehörden ausgehändigt werden. Das soll sich jetzt ändern.

Auch daran knüpfen sich Fragen für alle christlichen Kirchen an: In wie weit haben die „Gesetze der Welt“ Gültigkeit unter Christ*innen und in den christlichen Glaubensgemeinschaften? Brauchen die Kirchen nicht besonders die Hilfe der Anderen, Außenstehenden und Fremden? Auch wenn die Rettung vor der „Hand des Teufels“ in der Gestalt des Staatsanwalts vor der Tür steht?

Evangelisch werden

Horst G. Herrmann irrt, wenn er meint, die röm.-kath. Kirche wäre am Ende, wenn sie sich weiter protestantisiert. Jedenfalls, wenn damit im besten Sinne evangelisch gemeint ist. Die gleiche Forderung ergeht darum auch an die protestantischen Kirchen. Evangelische Kirche werden, heißt Kirche werden, die dem Evangelium treu ist.

nachgefasst

Traue dich, o Christenheit! – Rezo (ZEITonline)

Wenn es auf Weihnachten zugeht, beschäftigen sich auch die großen Medien des Landes zuverlässig mit den Kirchen. Unerwartetes Lob und keine „Zerstörung“ ereilte die Kirchenapparaturen unter der Woche durch Rezo (@rezomusik). Des deutschen Feuilletons liebster YouTuber und doppeltes Pfarrerskind hat die Kirchen in einer Recherche nach ihrer Haltung zu Klimafragen befragt und festgestellt: Eigentlich sind Katholiken und Evangelen voll up to date.

Die Erleichterung darüber in den Schreibstuben der Glaubenskongregation und in den Kammern der EKD sollte jedoch dadurch getrübt werden, dass von der Wokeness der Kirche so wenig bei den Leuten ankommt. Laut Rezo sind daran die Medien und wir selbst mit unserem Mediennutzungsverhalten schuld. Und auch die Institution Kirche, weil sie mit ihren Verfehlungen (s.o.) permanent schlechte Nachrichten produziert:

Das Letzte zeigt nun natürlich vor allem, dass wir die Kirchen nicht so einfach vom Haken lassen dürfen. Sie sind absolut selbst verantwortlich für die schlechten Nachrichten, die die guten in den Hintergrund drängen. Außerdem gibt es für die guten bessere Kommunikationswege als PDFs, die man in den hinteren Ecken der Websites suchen muss.

Bei der Stabsstelle Digitalisierung der EKD gibt es übrigens noch Geld abzuholen für Interessent*innen, die sich z.B. EKD-Denkschriften oder Synoden-Kundgebungen (da gab es erst vor einem Monat eine zum Thema Frieden, schon vergessen?) vornehmen wollen, und diese für die Sozialen Medien passend aufbereiten. Solche und andere Digitalprojekte mit Förderbedarf bis 2 000 € profitieren von einem vereinfachten Beantragungsverfahren.

Die Synodalversammlung: Ein Blick auf die Mitglieder – Roland Müller (katholisch.de)

Das Plenum des „Synodalen Weges“ von DBK und ZdK heißt „Synodalversammlung“, weil „Synode“ ist ja nicht. katholisch.de hat sich die Zusammensetzung dieses Gremiums angeschaut und samt bunter Graphiken aufbereitet. Insgesamt 230 Synodenversammlungsmitglieder (nicht Synodale) gibt es. Darunter deutlich mehr Männer als Frauen. Way to go.

Buntes

Bilder als Bedeutungsträger – Viera Pirker (ευangel)

Viera Pirker (@VieraPirker) schreibt über „Konstruktion und Darstellung von Identität und Authentizität in Social Media“. Der Text ist ein unverzichtbarer Anker in der Diskussion über Influencer für den HERRN (vulg. Christfluencer) auf YouTube und Instagram. Denn es geht um Authentizität. D.h. um Menschen mit ihren Knacksen, Flausen und Großartigkeiten. Pirker holt das ganze Thema zurück in fassliche Debattenatmo. Lesen!

Nur etwa einer von zehn Jugendlichen gibt jedoch an, selbst ‚häufig‘ Fotos, Videos oder die sich selbst löschenden Storys einzustellen, weniger als 50 % tun dies ‚gelegentlich‘ – sie schauen lieber anderen zu, als den eigenen Alltag zu zeigen. Ein Viertel der Jugendlichen kommentiert häufig Fotos und Videos, die andere gepostet haben. Obwohl die Plattform eine aktive Nutzung denkbar leicht macht, wird sie von Jugendlichen eher in Consume- als in Prosume-Haltung verwendet. „Im Vergleich zum Vor­jahr erzeugen die Nutzer selbst offenbar weniger Bild-Content, jeder Achte postet häufig Fotos/​Bilder“ (ebd. 41) – 2017 war es noch jede_r Fünfte.

Der Anteil an Unterhaltung wächst, jedoch nicht unbedingt zum Wohlbefinden der Nutzer_innen. Denn im Blick auf psychische Gesund­heit weiß man inzwischen, dass aktive Social-Media-Nutzung bei psy­chisch gesunden Nutzer_innen zum Wohlbefinden beiträgt, da sie das soziale Kapital erhöht und das Gefühl der Einbindung unterstützt, wäh­rend passive Nutzung eher soziale Vergleiche und Neid hervorruft und negative Affekte aufs subjektive Wohlbefinden nach sich zieht.

Ich schlage hiermit als Bewertungsmaßstab für Soziale Netzwerke den „Sesselfurzer“-Faktor vor. Demnach verliert ein Soziales Netzwerk umso mehr an Attraktivität, desto weniger private Nutzer*innen kommunzieren. Als (schein)-tot müssen Soziale Netzwerke gelten, an denen Menschen nur noch als Rezipienten algorithmen- und marketinggesteuerter Botschaften „teilnehmen“. Und wo soll sich Kirche investieren? Vielleicht ja mal bei Lukas 10, 1-12 nachlesen.

Manchmal helfen nur Verbote – Volker Finthammer (Deutschlandfunk)

Weil Homosexualität keine Krankheit ist, muss / kann sie auch nicht therapiert werden. Darum ist ein Verbot von Konversionstherapien sinnvoll, wie es das Bundeskabinett diese Woche auf den Weg gebracht hat. (Wir berichteten im Kontext der Analyse des Studientages des „Netzwerks Bibel und Bekenntnis“.)

Da muss kein Teufel mehr ausgetrieben werden. Aber unsere gesellschaftliche Lernkurve ist offenbar noch nicht überall da angekommen, wo sie eigentlich schon sein sollte. Und da können Verbote ein wirksames Hilfsmittel sein.

Predigt

Kurz vor dem Wiegenfeste des Heilands ist die Predigt wieder in aller Munde. Dazu hatte ich ja vor zwei Wochen schon hier in der Eule geschrieben. Hier sind vier Weihnachtspredigten:

O du schmerzliche – Margarete Stokowski (Spiegel)

Margarete Stokowski (@marga_owski) begeistert mit einer traditionellen Liedpredigt inkl. Zitaten der bekanntesten deutschen (und auch zweier polnischer!) Weihnachtslieder. Ihr Zugang ist zugleich von humoristischem Geschick wie von tiefer Zuneigung zum abgründigen Liedgut der baumverliebten Teutonen geprägt und – evangelische Phrasen rulez – „lässt nachdenken“ über unsere Bilder vom Heiland: Ist der reinliche Knabe im lockigen Haar ein angemessenes Bild der Inkarnation?

Auch in „Morgen Kinder wird’s was geben“ ist Sauberkeit ein wiederkehrendes Element, wir sehen einen „geputzten Kronensaal“ sowie „blankgeputzten Zinn“. No offense, ich finde das sehr gut, nichts gegen ein sauberes Haus. In der letzten Strophe wird auch noch gemahnt, den Eltern für die Care-Arbeit zu danken, vergleichsweise fortschrittlich: „Unsre guten Eltern sorgen / lange, lange schon dafür. / O gewiss, wer sie nicht ehrt, / ist der ganzen Lust nicht wert.“ Bisschen streng, aber gut, Deutschland ist vielleicht auch das einzige Land, in dem in einem beliebten Weihnachtslied die Bitte „Lasst mich nicht erfrieren!“ vorkommt.

Dem Frieden nachjagen – Lukas Pellio (Deutschlandfunk Kultur)

In der vergangenen Woche war Lukas Pellio (@lulouk) mit den Morgenandachten bei Deutschlandfunk Kultur dran. Gewohnt politisch und mit voller Konsequenz für das Evangelium begleiten die kurzen Andachten mich in die letzte Phase des Advents. Vielleicht ja auch Sie?

Mit Hämmern und Äxten rückten sie dem Kriegsgerät zu Leibe und nach getaner Arbeit blieben sie und warteten. Mussten lange auf ihre Festnahme warten. Sitzen neben dem LKW und singen. „Give peace a chance! All we are saying is give peace a chance.“ Zeit zu fliehen wäre genug gewesen. 10 Minuten und noch immer war ihr Werk unerkannt. Die Soldaten kamen und standen vor Karin, Herwig, Wolfgang und Carl. Standen da und hörten ihr Lied. Standen einfach da und hörten ihr Lied.

Predigt über Lukas 2, 1-21 – Kira Busch-Wagner (predigtpreis.de)

Eine schöne Weihnachtspredigt von Kira Busch-Wagner aus der Evangelischen Landeskirche in Baden (EKIBA) über die bekannte Weihnachtsgeschichte mit Krippe, Windeln und Hirten aus dem Evangelium nach Lukas. Hier könnte man eine Checkliste von Merkmalen guter Predigten abarbeiten: Richtige Länge Kürze, Persönlich und konkret.

Wie gut, dass Gott sich nicht nur auf Worte und Bilder einläßt, nicht allein auf Symbole, die von seiner Gegenwart erzählen. Sie mögen solchen Bilder begegnet sein in den zahlreichen Adventsfeiern der vergangenen Woche. Licht – Stern – die offene Tür – die blühende Christrose. Es sind schöne Bilder. Aber das reale Leben hat ja auch andere Seiten. Wie gut,dass Gott sich auf uns einlässt, auf Holz und Windeln samt Inhalt, auf Arbeit und ihren Geruch, auf Mann und Frau, auf Kind und Greis. Auf Himmel und Erde.

Predigt über Jesaja 52,7–10 u. Johannes 1,1-18 – Dorothee Becker (predigtpreis.de)

Und noch eine feine Weihnachtspredigt: Dorothee Becker aus Basel predigt über alte Verheißungen und endet mit einem Zitat Karl Rahners:

„Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort im fleischgewordenen Wort in die Welt hineingesagt, ein Wort, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil es Gottes endgültige Tat, weil es Gott selbst in der Welt ist. Und dieses Wort heisst: Ich liebe dich, du Welt und du Mensch. Ich bin da, ich bin bei dir. Ich bin deine Zeit. Ich weine deine Tränen. Ich bin deine Freude. Ich bin in deiner Angst, denn ich habe sie mitgelitten. Ich bin in deiner Not. Ich bin in deinem Tod, denn heute begann ich mit dir zu sterben, da ich geboren wurde, und ich habe mir von diesem Tod wahrhaftig nichts schenken lassen. Ich bin da. Ich gehe nicht mehr von dieser Welt weg, wenn ihr mich jetzt auch nicht seht. Und meine Liebe ist seitdem unbesieglich. Ich bin da. Es ist Weihnachten. Zündet die Kerzen an. Sie haben mehr recht als alle Finsternis. Es ist Weihnacht, die bleibt in Ewigkeit.“

Wer keine Worte mehr braucht oder lesen kann, die mag vielleicht ein paar Melodien lauschen: Sarah Kaisers Interpretation von „Fröhlich soll mein Herze springen“ drängt sich auf oder John Rutters „All Bells In Paradise“, gesungen vom Chor des King’s College Cambridge. Oder es gibt passend zum Kapstadt-Artikel von Jana Laubert-Peters (@JanaLP4) südafrikanische Musik auf die Ohren.


Das sind die Kirchen- und Religionsthemen der Woche: Ein letztes Mal ausgewählt und aufbereitet in den „Links am Tag des Herrn“ für das Jahr 2019. Am kommenden Sonntag gibt es an gleicher Stelle eine etwas andere #LaTdH-Ausgabe und ganz zum Schluss des Kalenderjahres schauen wir im Eule-Jahresrückblick auf die Themen des Jahres zurück. Vor einem Jahr haben wir auf ähnliche Weise die Themen für 2019 angestuppst – und so manches davon hat uns tatsächlich das Jahr über begleitet. Schauen Sie mal! Und nun:

Ein guter Satz

„Wir versuchen, dem Buchstaben des Gesetzes Tribut zu zollen, während Gott eigentlich nur will, dass wir Teil seines Leibes sind.“

– Richard Rohr, „Der nackte Gott“, S. 15

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