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OK Brüder! – Die #LaTdH vom 20. September

Ist all der Reformwille in der Kirche nur Maskerade? Außerdem: Vergangenheitsbewältigung, komplexe Gegenwart und #KircheIstZukunft.

Debatte

Nur die Brüder? Warum schon der Titel der neuen Enzyklika irritiert – Roland Juchem (KNA)

Über den Titel der Enzyklika wird bereits diskutiert, noch bevor Papst Franziskus am 4. Oktober sein neues Lehrschreiben veröffentlicht: „Fratelli Tutti“ („Alle Brüder“) soll es heißen – sind die Schwestern wieder mal nur „mitgemeint“?

Nein, es handle sich um ein Zitat, ein Wort des Hl. Franz von Assisi an seine Mönchsbrüder, wurde inzwischen seitens des Vatikans klargestellt, vgl. zum historischen Kontext auch den Beitrag des Franziskaners Daniel P. Horan (@DanHoranOFM) in der Eule.

Für Roland Juchem (@juchem_r) bleibt aber die Frage:

Wenn der Papst in seinem Schreiben betonen will, dass alle Menschen gleich wichtig sind, weil sie Gottes Kinder – also Töchter und Söhne – sind, warum nimmt er dann dieses Zitat des Ordensgründers als namengebenden Einstieg seiner Enzyklika? Er hätte einen eigenen Satz formulieren und so dem Dokument einen schmissig-griffigen Titel verpassen können. Der hätte Medien und öffentlichen Diskurs auf die richtige Spur gesetzt, anstatt sie mit einer „Brüder“-Debatte aufzubringen.

Übersetz‘ mir mal die Brüder! – Bernd Hagenkord SJ (PaterBerndHagenkordBlog)

Den Titel der Enzyklika könne man unter Verweis auf das lateinische Original und den Sprachgebrauch so stehen lassen, meint P. Bernd Hagenkord SJ (@BerndHagenkord), langjähriger Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan in seinem Blog. Aber auch der italienische Untertitel „Sulla fraternità e l’amicizia sociale“ lasse die Frage offen, ob es um „Brüderlichkeit“ oder „Geschwisterlichkeit“ gehen solle:

Das Ganze ist nicht banal. Sprache ist lebendig, was vor zehn oder fünfzig Jahren noch normal gewesen sein mag, wird heute anders gesagt. Wenn ich mich an Menschen wende, dann muss ich das verständlich tun, wenn ich nicht das Risiko eingehen will, missverstanden zu werden. (…)

Es geht hier nicht um Vorschriften und Sprachpolizei, schon gar nicht um Identitätspolitik, aber es gibt über Jahrzehnte gereifte Einsichten, die sich auch sprachlich ausdrücken. (…)

Es wäre jedenfalls bedauerlich, wenn ein Papstschreiben, dass für mehr Miteinander sensibilisieren will, genau diese Sensibilität im Untertitel bereits vermissen ließe.

„Fratelli tutti“: Der Papst hätte ein anderes Zitat wählen sollen – Gudrun Sailer (katholisch.de)

Auch Gudrun Sailer (@gusailer) fürchtet in ihrem Standpunkt bei @katholisch_de, das Schreiben werde schon wegen seines Titels aus Trotz nicht gelesen, obwohl es „bitter nötig“ sei, zu erfahren, welche Wege „für eine gerechtere Welt nach Corona“ der Papst weisen wolle:

Die christliche Sprache an sich ist inklusiv, weil sich die christliche Botschaft der Erlösung an ausnahmslos alle richtet. Gotteskindschaft. Solidarität. Zuneigung. Kollegialität. Barmherzigkeit. Gemeinde.

Papst Franziskus wäre kein Zacken aus der Krone gefallen, hätte er zum Einstieg in seine Enzyklika ein anderes Zitat, eine andere Wortfolge gewählt. Eine, die Schwestern (und mitfühlende Brüder) nicht mit unnützen Fragezeichen zurücklässt.

„Das Diakonat für Frauen halte ich für sehr legitim“ – Bischof Georg Bätzing im Gespräch mit Christiane Florin (DLF)

Die „Thematik Frau“ habe für ihn Priorität, beteuerte der Limburger Bischof Georg Bätzing gleich nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (@dbk_online) vor einem halben Jahr. Im Interview für den Deutschlandfunk (@DLF) hat Christiane Florin (@ChristianeFlori) nun nachgehakt, um was es bei der ominösen „Frauenfrage“ der römisch-katholischen Kirche eigentlich geht und warum er sie als „drängend“ empfindet. Die Antwort klingt ekklesiologisch-funktional:

Die Kirche hat viele Gruppierungen bereits verloren. Wenn man bedenkt: Die Arbeiter sind der Kirche verloren gegangen. Die Jugend ist ganz schwer ansprechbar für Kirchenbindung und kirchliche Prägungen. Die Frauen haben eigentlich immer den Schatz des Glaubens weitergegeben.

Ich habe den Eindruck: Da ist das nächste Kippen dran, da sich einfach ganz viele Frauen in ihrer Kirchenbindung abgehängt sehen oder selber abhängen. Wenn wir die Frauen verlieren als diejenigen, die die Glaubensweitergabe in den Familien immer getragen haben, die kirchliches Leben tragen, die diakonisches Handeln tragen, weil sie sich darin engagieren, dann ist die Kirche in ihrem Bestand gefährdet.

Seine eigene Position zur Frage der Frauenordination hält Bätzing für „ganz klar“ – das Thema sei aber „als eine offene Frage da in der Kirche“:

Ich wurde schon als Priester und bin als Bischof im Gehorsam gebunden gegenüber der Lehre der Kirche. (…) In Diskussionen – und Sie können sich vorstellen, da werde ich eigentlich immer drauf angesprochen – versuche ich, diesem Gehorsam zu entsprechen, indem ich die Argumente darlege, so wie sie genannt sind.

Ich sage aber auch dazu, und das sage ich auch in Richtung Rom und in Rom, dass ich dabei wahrnehme, dass diese Argumente vielfältig nicht mehr aufgenommen werden. Und was ist eine Argumentation, die nicht verstanden oder nicht angenommen werden kann?

Möglicherweise geht diese Kommunikationsstrategie auch diesmal auf: Als geweihter Mann kann Bätzing Profiteur des status quo bleiben. Statt an der Situation (etwa durch eine Weihe einer Diakonin) etwas zu ändern, lenkt er die Kritik subtil auf seine „Mitbrüder“ – episkopale „Hardliner“, die sich offen und ehrlich gegen die Frauenordination aussprechen. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (@kvd_BV) ist bereits voll des Lobes:

Suspendierter Priester weigert sich, Treueeid zu unterschreiben – Roland Müller (katholisch.de)

Weil er sich öffentlich für die Frauenordination ausgesprochen hatte, wurde der irische Ordenspriester Tony Flannery (@FlanneryTony) vor acht Jahren vom Vatikan suspendiert. Nachdem der Generalobere der Redemptoristen, Pater Michael Brehl, im Februar 2020 der Glaubenskongregation vorgeschlagen hatte, Flannery wieder das öffentliche Wirken als Priester zu erlauben, wurde ihm im Sommer ein Dokument zugeschickt:

Flannery müsse in einem Eid seine Treue zur offiziellen Lehre der römisch-katholischen Kirche zur Männer vorbehaltenen Priesterweihe, zu homosexuellen Beziehungen und eingetragenen Partnerschaften sowie zu „Gender-Fragen“ bekunden – ein Akt der Unterwerfung, den der 73-Jährige ablehnt.

Kirchenvolksbegehren: 25 Jahre Beharrlichkeit haben sich ausgezahlt – Tilmann Kleinjung (katholisch.de)

Vor 25 Jahren haben Katholiken in Deutschland damit begonnen, Unterschriften für ihre Reformvorhaben zu sammeln. Aus dem „KirchenVolksBegehren“ wurde die „KirchenVolksBewegung“ „Wir sind Kirche“ (@WirSindKirche_). Es sei an der Zeit, der Reformgruppe zu gratulieren, meint Tilmann Kleinjung (@TilmannKk), denn dadurch habe sich das Klima in der römisch-katholischen Kirche verändert.

Heute gibt es ein Klima, in dem angstfrei diskutiert wird, in dem auch Bischöfe zugeben können, mit dieser oder jener Reformidee zu sympathisieren. Für diesen Klimawandel ist in erster Linie Papst Franziskus mit seiner Vision einer synodalen Kirche verantwortlich. Dazu kommt die Beharrlichkeit von Katholikinnen und Katholiken, die immer wieder den Finger in die Wunde legen, die trotz aller Zurückweisung in der Kirche bleiben. Dafür zum 25. Geburtstag ein großes Kompliment!

Selbst wenn die Themen inzwischen auch offener diskutiert werden: Das Erreichen der Ziele und Forderungen des vor 25 Jahren durchgeführten „KirchenVolksBegehrens“ ist weiterhin nicht in Sicht. Kein Wunder, dass sich mehr als die Hälfte der deutschen Katholiken laut einer repräsentativen Umfrage nicht für vermeintliche Reformschritte auf dem „Synodalen Weg“ (@DerSynodaleWeg) interessiert.

Wie wird das Y zum I? – Stephan Langer (Christ in der Gegenwart)

Trotz Corona und vatikanischer Stoppschilder – die römisch-katholische Kirche in Deutschland habe auf ihrem „Synodalen Weg“ eine gewisse Routine und Zielstrebigkeit entwickelt, stellt Stephan Langer, der eine der Regionenkonferenzen in Ludwigshafen beobachtete, in seinem Kommentar in Christ in der Gegenwart (@ChristGegenwart) fest.

Doch immer stärker dränge sich die Frage auf: Was kann eigentlich am Ende realistischerweise herauskommen? In vielen Fragen gleiche die Diskussion dem Buchstaben „Y“.

Soll heißen: Es gibt eine Reihe von Punkten, bei denen man sich einig ist, wie beim „Standbein“ des Buchstabens. Irgendwann aber gehen die Meinungen, die Überzeugungen zwangsläufig auseinander – eben wie die beiden oberen Arme des Y. Ziel müsse es sein, die gemeinsamen Abschnitte zu verlängern.

Aber reicht das, um ein Ergebnis zu erzielen, mit dem die überwältigende Mehrheit leben kann, das von (fast) allen getragen wird? Oder sind die Unterschiede letztlich nicht zusammenzubringen? Mit anderen Worten: Wird aus dem Y womöglich niemals ein I? Muss man sich vielleicht darauf einstellen, mit einer gewissen Vielsprachigkeit zu leben?

Mehrere Theologen fordern in der Reformdebatte der römisch-katholischen Kirche in Deutschland inzwischen mehr theologische Anstrengung von allen Seiten. Beim „Synodalen Weg“ reiche es nicht aus, kritischen Stimmen „wahlweise Unbedarftheit, Inkompetenz oder schismatische Absicht“ zu unterstellen und Frauen, „die sich endlich vernehmbarer einbringen“ abzukanzeln, schreiben die Theologen Berndhard Emunds, Julia Knop, Matthias Sellmann und Thomas Söding in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau.

Die Gräben in der Kirche sind vielleicht kaum zu überbrücken, fürchtet allerdings der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer (@PfefferKlaus) im katholischen Podcast „Himmelklar“.

nachgefasst

Moria – Regina Polak (theocare.network)

Fünf Jahre nach der sogenannten „Flüchtlingskrise“ und ein halbes Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie brennt es – im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos und in der ungelösten Frage der europäischen Migrationspolitik (vgl. dazu auch die #LaTdH vom letzten Sonntag).

Regina Polak erinnert an das Land Moria, in dem Abraham seinen Sohn Isaak Opfern soll – und den Lernprozess, dass Gott keine Menschenopfer möchte, der sich durch die ganze Bibel ziehe:

Der biblische Glaube bezeugt, dass es keine Opfer geben soll. Wie Abraham sind daher auch Christinnen und Christen angehalten zu lernen, was es bedeutet, statt Opfer Liebe zu üben. Freilich, die konkrete Übersetzung von „Liebe“ in praktische Migrationspolitik ist schwierig.

Man kann aus der Bibel nicht unmittelbar migrationspolitische Maßnahmen ableiten. Aber Christinnen und Christen sind verpflichtet, sich trotz der Größe der Herausforderung auf diesen Lernprozess in einer Haltung einzubringen, die darauf abzielt, Opfer zu reduzieren und zukünftig zu vermeiden. Denn es ist absehbar, dass dies nicht die letzte Katastrophe gewesen sein wird. Europa kann sich nicht von „Feuerwehreinsatz zu Feuerwehreinsatz“ hanteln.

Buntes

Nächstenliebe und Missachtung – Interview mit Sami Omar (chrismon)

Evangelische Kirchenleitungen sprechen sich gegen Diskriminierung aus, viele Kirchengemeinden engagieren sich gegen Rassismus, aber es mangele an Selbstkritik, sagt der Moderator und Buchautor Sami Omar (@schmielemac), der selbst in einer schwäbischen Pfarrersfamilie aufgewachsen ist, im Interview mit chrismon (@chrismon_de):

Rassismus ist ein Konstrukt, das in der Zeit des Kolonialismus entwickelt wurde, um die Macht weißer Menschen über von ihnen er­oberte und ausgebeutete Menschen und ­Länder zu erhalten. Damals war es not­wendig, ein Menschenbild zu etablieren, das die Ausbeutung anderer Menschen rechtfertigt. Im christlichen ­Kontext steht das Gebot der Nächsten­liebe solcher Ausbeutung entgegen. Entweder Sie verstoßen ­gegen das Gebot oder Sie sprechen diesen Menschen das Menschsein ab. (…)

Spuren ­dieses Menschenbildes, wonach schwarze Menschen weniger wert sind, finden sich bis heute auch in der christlichen Caritas. Denn der Kolonialismus wurde auch innerhalb der Kirchen nie hinreichend aufgearbeitet.

EKD Zukunftsforum: Rund 500 TeilnehmerInnen diskutieren über #KircheistZukunft – Rieke C. Harmsen (Sonntagsblatt)

„Kirche ist Zukunft“ – mit diesem Slogan hat die evangelische Kirche für das Zukunftsforum 2020 geworben. Mit der Online-Konferenz am Samstag mit rund 500 Teilnehmer:innen begleite man den kirchlichen Transformationsprozess. Der Kongress wolle Impulse setzen und in Großgruppendiskussionen verschiedene Aspekte beleuchten, so die @EKD.

Als Grundlage dienten unter anderem die Ende Juni veröffentlichten „Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“, die vor dem Hintergrund schwindender Mitgliederzahlen und dem damit verbundenen Rückgang finanzieller Ressourcen diskutiert werden sollten.

Unter dem Titel „Resonanz- und Kulturanalyse in der mittleren Leitungsebene“ stellte Frank Schomburger Erkenntnisse aus Tiefeninterviews vor, die im Vorfeld des EKD-Zukunftsforum 2020 geführt worden waren. Pfarrerin Sabrina Müller (@MuellerBSabrina), theologische Geschäftsführerin des Zentrums für Kirchenentwicklung der Universität Zürich (@KircheDenkenUZH), gab Impulse zum Thema „Kirche als Erfahrungsraum – jenseits der Organisierbarkeit“. Und der Soziologe Armin Nassehi (@ArminNassehi) sprach in seinem Video-Vortrag über „Das Dilemma mit der Organisationsform der Kirche“.

Zu technischen Schwierigkeiten, die bereits den Start holprig gestalteten und zum vorzeitigen Abbruch des Zukunftsforums führten, kamen Guerilla-Angriffe von „Piraten“ und rechten Trolls, die die Online-Debatte auf Twitter rund um den Hashtag #KircheIstZukunft mit kirchenkritischen Parolen zu kapern versuchten und zeitweise die Social-Media-Wall mit ihren Tweets dominierten.

Das Feedback der in der evangelischen Kirche Engagierten schwankte hingegen zwischen Resignation, Zynismus und Verständnis für technische Unzulänglichkeiten:

Rieke C. Harmsen (@RiekeHarmsen) hat zwanzig Ideen und Anregungen aus den Chats und Kommentaren für ihren Rückblick im Sonntagsblatt (@sonntagsblatt) zusammengetragen.

Theologie

Komplex und schön: Glaube macht Geschmack auf Vielschichtigkeit – Nikodemus Schnabel OSB (Deutsche Welle)

„Ihr religiösen Menschen habt es einfach!“ – auch wenn das als wohlgemeintes Kompliment von agnostischen oder religiös indifferenten Zeitgenossen gemeint sei, scheint dies Dr. Nikodemus Schnabel OSB (@PaterNikodemus) ein großes Missverständnis zu sein:

Glaube und Religion machten nichts einfacher, sondern weckten den Sinn für die Schönheit von Komplexitäten, ist der Direktor des Jerusalemer Instituts der Görres-Gesellschaft (JIGG) und Studienpräfekt des Theologischen Studienjahres Jerusalem überzeugt:

Zur authentischen Religiosität, zum reflektierten Glauben gehören eben auch ganz wesentlich die Unsicherheit, der Zweifel, das Ringen, das Aushalten von Ambiguitäten, die ungelösten Fragen und eben allen voran die Gottsuche. Was will Gott wirklich von mir? Wo denke ich zu klein und eng von ihm? Wo projiziere ich meine Vorstellungen auf ihn und verwechsle ihn mit meinen Projektionen?

In seinem über die @DeutscheWelle verbreiteten Plädoyer für die wissenschaftliche Theologie distanziert sich der Benediktinermönch nicht nur von Verschwörungstheoretikern und Hasspredigern:

Auf dieser populistischen Ich-erkläre-Dir-die-Welt-in-90-Sekunden-Welle reiten auch einige, die sich als religiös oder religionskritisch titulieren und die jeweils andere Seite dämonisieren.

Wir, ob religionskritisch oder religiös, sollten dieses Spiel nicht mitspielen. Schöner wäre es, wenn wir gemeinsam für die Schönheit der Komplexität dieser Welt werben würden. Wenn wir Menschen uns mehr als Gemeinschaft von Suchenden, Ringenden, Fragenden wahrnehmen und schätzen würden, könnte dies ein riesiger Schritt auf ein neues Miteinander sein, und zwar von Menschen jedweder religiösen (Un-)Musikalität.

Komplette Dissonanz? Biblisches Unverständnis, seine Fortsetzung in aktuellen Diskussionen und ein Lichtblick – Carmen Diller (feinschwarz.net)

Kaum etwas wird derzeit so ersehnt, wie gesellschaftliche Verständigung. Die Theologin und Exegetin Carmen Diller geht im Theologischen Feuilleton @feinschwarz_net diesem Wunsch nach gegenseitigem Verstehen in seinen biblischen Ursprüngen nach. Solidarisches Denken wird zum entscheidenden Element der Krisenbewältigung:

Dieses einmütige Streben nach einem gemeinsamen Ziel ähnelt sehr dem Handeln der Menschen in der Erzählung vom Turmbau von Babel. Doch in einem Punkt unterscheidet es sich wesentlich: Die Menschen in der Corona-Krise wollten nicht sein wie Gott. Es ging nicht um Machtstreben oder darum, sich einen großen Namen zu machen. Sie haben – wie in den biblischen Erzählungen die Menschen vor dem Turmbau zu Babel – einmütig zusammengearbeitet, um etwas zu erreichen, was einer allein nicht schaffen kann und was allen in der Gemeinschaft dient.

Ein guter Satz

Da sind also vier Menschen unterwegs.
Und wer sind diese vier?
Sind es die vier Jahreszeiten?
Die vier Musketiere?
Oder sind es vier alle?
Schweigt Brüder!

(Otto Waalkes, „Wort zum Montag“, 1975)

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